Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie
Traumatherapie und EMDR

Die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie gehört zu den psychodynamischen Psychotherapieverfahren und geht davon aus, dass unbewusste Prozesse das Erleben, Denken und Handeln eines Menschen beeinflussen. Basierend auf den Erkenntnissen der klassischen Psychoanalyse nach Freud und deren Weiterentwicklung bemühen wir uns in unserer therapeutischen Beziehung im Hier und Jetzt um ein Verständnis Ihrer gegenwärtigen Lebenssituation und Ihrer aktuellen inneren Konflikte vor dem Hintergrund Ihrer Biografie. Gemeinsam versuchen wir, die inneren und äußeren Ursachen für Ihr Leiden zu erkennen. Beschwerden und Symptome werden einerseits als dysfunktional, andererseits aber auch als ein kreativer Lösungsversuch Ihrer Psyche betrachtet. Wir bemühen uns schrittweise um eine Entwicklung alternativer psychischer Bewältigungsformen auf herausfordernde Situationen Ihres Lebens. Ich biete tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie in Form von Einzelgesprächen an, die einmal, in besonderen Fällen auch zweimal pro Woche stattfinden.
Traumatherapie
Nun ruhst du auf der Blüte,
winziger blauer Schmetterling.
Aber deine Flügel zittern noch immer.
Ryudai
Als psychisches Trauma wird eine seelische Verletzung bezeichnet, die durch ein extrem belastendes Ereignis verursacht wurde, das die psychischen
Bewältigungsmöglichkeiten der betroffenen Person überfordert.
Stammesgeschichtlich alte, tief in uns verankerte Antworten auf traumatischen Stress stellen die Reaktionsweisen Kampf, Flucht und Erstarrung dar. Wenn weder Kampf noch Flucht in der belastenden Situation möglich sind, kann Erstarrung dazu führen, dass der Körper in einem anhaltenden Alarmmodus verharrt.
Bei einem traumatischen Ereignis kann es dazu kommen, dass unser Gehirn in einer Art Notfallmodus die Stresssituation unvollständig verarbeitet. In der Folge können sog. „Trigger“, das heißt alles, was im „Hier und Jetzt“ auf verschiedenen Sinneskanälen an das Trauma erinnert, das belastende Erlebnis erneut wachrufen. Häufig ist dem Betroffenen die Parallele zum belastenden Ereignis nicht bewusst und es kommt zu einem unwillkürlichen Wiedererleben, dem
er sich hilflos ausgeliefert fühlt.
Eine Traumatherapie zielt neben der dringend notwendigen Stabilisierung des
traumatisierten Menschen auf eine Verarbeitung des Erlebten ab. Wenn die
traumatische Erfahrung versprachlicht und zudem räumlich und zeitlich sicher im Gedächtnis verankert werden kann, kommt es in der Gegenwart nicht mehr zur Überflutung mit traumatischem Material.
EMDR
EMDR ist die Abkürzung für Eye Movement Desensitization and Reprocessing (Desensibilisierung und Verarbeitung durch Augenbewegungen) und wurde von Dr. Francine Shapiro Ende der 80er Jahre in den USA als Methode zur Behandlung von Traumafolgestörungen entwickelt.
EMDR kann als schulenübergreifendes Zusatzverfahren in die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie integriert werden.
Die Wirksamkeit von EMDR wurde seit Mitte der 90er Jahre in zahlreichen wissenschaftlichen Studien nachgewiesen und ist weltweit anerkannt.
2006 wurde EMDR vom Wissenschaftlichen Beirat Psychotherapie (WBP) für die Behandlung von posttraumatischen Belastungsstörungen wissenschaftlich anerkannt und 2014 vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) in die Richtlinienpsychotherapie aufgenommen.